people

Andreas Döhler /

Andreas Döhler / 19

Andreas Döhler wird in Wermsdorf als Sohn einer Agrarökonomin und eines Landmaschinenschlossers geboren. Während seines Studiums der Politikwissenschaften und der Soziologie an der Universität Leipzig wird er in einer Bar von der amerikanischen Regisseurin Barbara Schneider angesprochen und für ihr Stück am Leipziger Schauspielhaus engagiert. Schnell wird ihm klar, dass das Schauspiel sein beruflicher Weg ist. Er bewirbt sich an der Hochschule für Musik und Theater 'Felix Mendelssohn Bartholdy' in Leipzig und wird angenommen. Dort sind es besonders die Professorinnen Katja Paryla und Mechthild Hauptmann, die ihn fördern, seine Intensivität und Körperlichkeit als Mittel zu verstehen, um Figuren wahrhaftig zum Leben zu bringen.

Von Anfang an begreift Andreas Döhler Schauspiel als sein künstlerisches Ausdrucksmittel, um sich mit der Welt und dem Menschsein darin auseinanderzusetzen. Immer ist er bestrebt, lebensnah den menschlichen Motiven seiner Rollen ein Eigenleben zu geben. Dabei hat er eine überdurchschnittlich gut funktionierende Impulsübertragung inne, die sein außergewöhnliches Spiel glaubhaft materialisiert. Seiner Verantwortung als künstlerisch arbeitender Schauspieler ist er sich sehr bewusst - Stellvertreter der Zuschauer zu sein, Dinge auszuloten, die sie innerhalb der Konventionen nicht erfahren können. Immer wieder geht er dafür seinem Spiel an die Grenzen, um genau diese Regeln infrage zu stellen und zu überschreiten.

Sehr schnell werden Regisseure, die das Gegenwartstheater gestalten und prägen, sowie Vertreter des neuen deutschen Films auf sein außergewöhnliches Spiel aufmerksam. Auf der Bühne sind es Dimiter Gotscheff, Frank Castorf, Michael Thalheimer, Nicolas Stemann und Sebastian Hartmann, mit denen es zu langanhaltenden und wiederholten Zusammenarbeiten am Berliner Ensemble, Deutschen Theater Berlin und dem Thalia Theater Hamburg kommt. Im Film setzen unter anderem Andreas Kleinert, Christian Schwochow, Dietrich Brüggemann, Eva Trobisch, Florian Eichinger, Isa Prahl, Jan Bonny, Julian Radlmaier und Miriam Bliese ihn für ihre anspruchsvollen Produktionen ein.

Andreas Döhlers einzigartige Energie, mit der er kraftvoll und mit Wucht sehr präzise spielt, zeugt von einer darstellerischen Bandbreite, die der Spieler geschickt mit einer feinen Ironie und einem jugendhaften Spaß zu versetzen weiß. Dabei scheut er sich nicht, seine Figuren nackt zu zeigen, sie auch in ihrer ganzen Verletzlichkeit und Kläglichkeit zum Leben zu bringen und ihnen zugleich eine unbeugsame Würde und Entschlossenheit zu verleihen. Der Spiegel schreibt: 'Andreas Döhler spielt in seinen Filmen mit einer Intensität, die einem den Atem nimmt. Die Erschütterung seiner Figuren ist so ultimativ, dass sie dafür zunächst keine Worte finden. In Döhlers Spiel ist auch der Zusammenbruch eines maskulin definierten Selbstbildes zu erkennen.'