people

Andreas Döhler /

Film

Andreas Döhlers kraftvolle Darstellungen zeugen von einem Mut, die herkömmlichen Grenzen des Spiels zu verlassen. Dabei scheut er sich nicht davor, seine Figuren größer anzulegen - so wie Menschen sind, wenn sie sich außerhalb des konventionellen Verständnisses bewegen können.

In seinen intensiven Darstellungen zeigt er ihre Motive in all ihrer Komplexität sowie ihr existentielles, wildes und doch so menschliches Streben nach dem Sein. Sei es als Mann, der über Jahre von seiner eigenen Mutter missbraucht wurde und von der Vergangenheit eingeholt wird, als einzelgängerischer Kommissar, der sein Gegenüber mit physischen und psychischen Mitteln vehement unter Druck setzt, als depressiver S-Bahnfahrer, der an der Liebe zu seinem Sohn und der gleichzeitigen Unfähigkeit das Familienleben aufrecht zu halten fast zerbricht oder als strauchelnder Anführer einer Bürgerbewegung, der sich in seinen Ideen und Ansprüchen verstrickt und daran scheitert. Anhaltend oszilliert der Schauspieler an den menschlichen Grenzen seiner Figuren, die in ihrer Ausdehnung im Leben oft schwanken und damit umso menschlicher sind. Dabei gelingt es ihm die Nähe zu seinen Rollen glaubhaft zu halten und ihnen eine emotionale Erfassbarkeit in ihrer ganzen Bandbreite des menschlichen Verhaltens zu ermöglichen.

Der komplexe Mut des Schauspielers, seine Figuren nackt zu zeigen, selbst wenn sie die Kleider anbehalten, sie auch in ihrer ganzen Verletzlichkeit und Kläglichkeit zum Leben zu bringen und ihnen zugleich eine unbeugsame Würde und Entschlossenheit zu verleihen, wird von den Vertretern des neuen deutschen Films geschätzt und für ihre anspruchsvollen Produktionen eingesetzt, unter anderem von Andreas Kleinert, Christian Schwochow, Dietrich Brüggemann, Eva Trobisch, Florian Eichinger, Isa Prahl, Jan Bonny, Julian Radlmaier und Miriam Bliese. Für seine herausragende Arbeit im Film wurde er mit dem Förderpreis Neues Deutsches Kino des Filmfestes München als Bester Schauspieler ausgezeichnet.